Die digitale Spitalwahl.

Menschen informieren sich heutzutage selbständig über den möglichen Ort für ihre Entbindung, ihre Augen-Operation oder für die Behandlung ihres Knies. Patientenkommunikation fängt deshalb nicht erst beim Spitaleintritt an.

Empfehlungen von Freunden und der Familie und natürlich die Online-Suche bieten erste Hilfe. Sucht der User in Google nach „Grauer Star OP“ oder „mein Knie tut weh“ gilt: The winner takes it all – wer nicht auf der ersten Resultatseite steht, wird nicht mehr wahrgenommen.

Was heisst das für eine Spital-Website?

Die digitale Kommunikation mit den Kernzielgruppen Zuweiser, Patienten und Angehörige nimmt an Bedeutung zu. Neben dem marktgerechten visuellen Auftritt sind Suchmaschinenoptimierung, die richtige Ansprache, hohe und auf die Zielgruppen abgestimmte Inhaltsqualität und Benutzerfreundlichkeit unabdingbar, gerade in einem fachlich hochqualifizierten Umfeld. Für viele Spitäler und Kliniken ist es ausserdem relevant, dass ihr Webauftritt altersgerecht und barrierefrei ist.

Vier Aspekte, die man bei einer Spital-Website unbedingt beachten sollte:

1. Gefunden werden und die richtigen Inhalte bieten

Viele Spitäler haben gute und durchdachte Inhalte, die jedoch nicht optimal für das Web aufbereitet sind. Der Aufbau eines Webtextes unterscheidet sich nicht grundsätzlich von einem Printartikel. Im Internet lesen Menschen jedoch anders als in der Zeitung. Texte werden in hoher Geschwindigkeit selektiv überflogen und nach relevanten Stichwörtern abgesucht. Diese gilt es, visuell oder durch Zwischentitel hervorzuheben und den Benutzern das Gefühl zu geben: „hier bin ich richtig“.
Dasselbe betrifft die Suche in Suchmaschinen. Sind die wesentlichen Schlüsselbegriffe nicht in den suchmaschinenrelevanten Bereichen hinterlegt, wird der Inhalt nicht gefunden. Die Krux bei der Sache ist, dass die „wesentlichen Schlüsselbegriffe“ aus der Sicht der Website-Besucher identifiziert werden müssen. Also nicht „Katarakt“ sondern eben „grauer Star“. Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken, welche Begrifflichkeiten Ihr Publikum verwendet und setzen Sie diese gezielt ein.

2. Eine Chance für den ersten Eindruck

Eine ansprechende Startseite holt Benutzer emotional und inhaltlich ab. Gerade bei spezialisierten Spitälern oder Kliniken ist das Werteversprechen relevant: verstehen die Besucher nicht sofort, was das medizinische Angebot beinhaltet und wofür das Haus steht, werden sie keine Zeit investieren, um es herauszufinden. Hier ein Beispiel für ein gelungenes Werteversprechen: Die Klinik … ist eine der führenden Privatkliniken für Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie. Mit ihrem Klinik-im-Hotel-Konzept bietet sie Patientinnen und Patienten umfassende medizinische Angebote, eine aufmerksame Betreuung sowie viel Komfort und Ambiente.
Verschenken Sie den ersten Eindruck nicht: Machen Sie von Anfang an klar, warum man in Ihrem Spital am besten aufgehoben ist.

3. Intuitive Navigation

Auch Erstbesucher müssen die benötigten Informationen finden können, ohne lange zu suchen. Die Navigation sollte deshalb logisch aufgebaut sein und mit verständlichen Begriffen aufzeigen, was auf den Unterseiten zu erwarten ist. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Hauptzielgruppen (potentielle) Patienten, Zuweisende und Angehörige sehr gut identifizierbare Bedürfnisse haben. Werden diese einfach zugänglich gemacht, ist schon viel gewonnen. Grössere Webseiten wie beispielsweise von Universitätsspitälern sind komplex: oft beinhalten sie neben übergreifenden Informationen Subbereiche für Kliniken, Zentren oder Institute. Einer ähnlichen Problematik begegnen Klinikgruppen, die sich entscheiden, eine gemeinsame Website für alle Kliniken aufzubauen. Um dafür eine gut aufgebaute Informationsarchitektur zu entwickeln und sicherzustellen, dass sich die Benutzer jederzeit verstehen, wo sie sich befinden, braucht es in der Regel Fachspezialisten.

4. Barrierefrei und altersgerecht

Ältere, durch Behinderungen eingeschränkte oder Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund sind auf eine gute Zugänglichkeit von Inhalten angewiesen, d.h. gerade Websites im Gesundheitsumfeld mit einer sehr heterogenen Zielgruppe sollten barrierefrei sein. Zur Barrierefreiheit gehören neben technischen, formalen und gestalterischen Aspekten, dass Texte einfach geschrieben und damit für möglichst viele Personen verständlich sind, beispielsweise auch für diejenigen mit einer anderen Muttersprache.
Leider sind dafür visuell aufwändig gestaltete Websites kontraproduktiv. Verzichten Sie auf zu viel Ablenkung durch animierte Elemente, vereinfachen, kürzen und strukturieren Sie die Inhalte und verwenden Sie Bilder oder Symbole, um komplexe Themen einfacher darzustellen.

Die zusammengefassten Erkenntnisse stammen aus einem Vergleich der Webauftritte von 17 Schweizer Spitälern. Haben Sie Interesse an unserer Studie, wünschen Sie eine Zusammenfassung oder eine Beratung?

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